Jörg Böckem
Redner
Ex-Junkie und Grenzgänger - ein Leben zwischen Journalismus und Drogensucht
Portrait
„Ich habe vieles in meinem Leben auf die harte Tour gelernt. Und ich habe unglaubliches Glück gehabt, dass ich diesen Lernprozess überlebt habe. " Das sagt einer, der mit seinem schonungslos offenen Buch „Lass mich die Nacht überleben“ über sein Doppelleben als Journalist und Junkie nicht nur sich selbst einen Spiegel vorgehalten hat.
Jörg Böckem, geboren 1966 nahe dem niederrheinischen Erkelenz, testet früh Grenzen aus: Bei den Eltern, Lehrern und bei sich selbst. Der Einstieg in die Drogen kommt früh, bald beherrschen Heroin und alles was dazu gehört das Leben des 18-Jährigen: Gefängnis, psychotische Wahnvorstellungen, kalte Entzüge und Rückfälle. Nach einer stationären Drogentherapie zieht er nach Hamburg. Er begeistert sich für das Schreiben - nach einem Volontariat bei Tempo arbeitet er als freier Autor unter anderem für den Spiegel, Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung, jetzt! und Max. Er interviewt Björk, Janet Jackson und Brad Pitt, schreibt über japanische Comics und verfasst Reportagen über Teufelsaustreibungen und Extremsport. Und wenn am Nachmittag eine Konferenz ansteht, setzt er sich in der Mittagspause auf der Toilette einen Schuss. Im September 2001, nach zwanzig Jahren Ringen mit der Drogensucht, beendet Jörg Böckem seine letzte Therapie. Seitdem ist er clean. Die Sucht lässt ihn trotzdem nicht los. In weiteren Büchern, Lesungen, Vorträgen und Artikeln widmet er sich diesem Thema. 2008 hat er nach einer langwierigen und leidvollen Behandlung seine Hepatitis C Erkrankung, letzte Altlast der Heroinabhängigkeit besiegt. Darüber hat er sein aktuelles Buch geschrieben.
Sein Bestseller "Lass mich die Nacht überleben" wird von der Bavaria verfilmt.
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