Norbert Blüm
Redner
Bundesminister a.D., Experte für Arbeit und Soziales
Portrait
Wer nur in Geldkategorien denkt, ist kein Unternehmer, sondern ein Unterlasser. Er lässt die Chancen ungenutzt, die sich daraus ergeben, dass der Mensch nicht ein ständig von Vorteilssuche getriebener Homo oeconomicus ist, warnte Norbert Blüm bereits im Jahr 2006. Inzwischen ist die Finanzblase längst geplatzt, die Suche nach immer neuer Rendite am Ende der ehrlichen Arbeit, bei der miteinander handeln wieder wichtiger wird als Produzieren, gehört die Zukunft.
Der frühere Arbeitsminister Norbert Blüm verkörpert wie kein anderer das soziale Gewissen der CDU. Seit langem setzt er sich für Moral und Werte in der Wirtschaft ein und für die Rehabilitierung einer aussterbenden Spezies: des ehrlichen Kaufmanns. Er ist sich sicher: Die Quelle des Wohlstandes ist und bleibt die Arbeit.
Norbert Blüm weiß, wovon er spricht, wenn er von Arbeit redet: Geboren 1935 in Rüsselsheim arbeitete er zunächst als Werkzeugmacher bei Opel bevor er sein Abitur nachholte, Philosophie, Soziologie Germanistik, Geschichte und Theologie studierte und promovierte. In der Union engagierte er sich von Anfang an für sozialpolitische Fragen. 1982 übernahm er das Amt des Arbeits- und Sozialministers, das er 16 Jahre erfolgreich ausfüllte. In dieser Zeit setzte sich Blüm vor allem für den Sozialstaat ein.
Nach seiner Politikerkarriere ist er heute auch als eloquenter Dozent, Autor und Kabarettist bekannt. Als Redner verbindet er diese Tugenden: Klug und humorvoll analysiert Norbert Blüm die moderne Wirtschaftswelt, zieht Lehren aus der Krise und gibt mutige Prognosen darüber ab, wie ein tragfähiges Zukunftskonzept aussehen muss.
Norbert Blüm verkörperte wie kein anderer das soziale Gewissen der CDU Archiv für Christlich-Demokratische Politik
Blüm ist einer, der farbig reden und abendfüllend witzig sein kann, sich im Eifer des Gefechts auch mal verkalauert; aber stets spürt man: Da ist einer überzeugt von dem, was er sagt. Und er ist kenntnisreich: Kaum einer kann das Sozialversicherungssystem so gut erklären wie er, kaum einer mit solchem Eifer dafür werben, dass die kleinen Leute es gut haben sollen. Er tat dies so lange, bis auch Angela Merkel verstand, was einst Helmut Kohl gewusst hat: Dass man ohne soziales Gewissen keine Wahlen gewinnen kann. Süddeutsche Zeitung
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