Michael de Ridder
Redner
"Wir brauchen eine andere Medizinkultur"
Portrait
Dr. med. Michael de Ridder ist ein Mann, der sich nicht scheut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen: Sterbehilfe, Pflegenotstand, ärztliche Behandlungsfehler, die Schwächen des Gesundheitssystems die Themen sind vielfältig und oft mit Tabus belegt. De Ridder, der polarisiert und aufgrund seiner kritischen Haltung von einigen Kollegen als Nestbeschmutzer bezeichnet wird, lässt sich davon nicht beirren: Für mich ist der Arzt der Anwalt der Patienten. Aber bei den meisten Ärzten sehe ich ganz viel Eigeninteresse. Wir brauchen insgesamt eine andere Medizinkultur, fordert der Internist und Leiter der Rettungsstelle des Berliner Urban-Krankenhauses. De Ridder, der auch einer Stiftung für Palliativmedizin vorsteht, stößt mit seinen Forderungen in der Öffentlichkeit auf große Resonanz. Seine Artikel über Missstände und die Möglichkeiten, diese zu beheben, erscheinen in renommierten Blättern wie der Zeit, der Süddeutschen Zeitung, im Spiegel oder in Geo. Im Jahr 2009 erhielt er den Ossip K. Flechtheim-Preis für sein gesundheitspolitisches Engagement für de Ridder ist diese Auszeichnung auch Auftrag, seinen Weg selbst gegen Widerstände weiterzugehen.
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